Besen


Besen
Bartwisch (bayr., österr.) (umgangssprachlich); Auskehrer

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Be|sen ['be:zn̩], der; -s, -:
Gegenstand zum Kehren, Fegen:
er holte einen Besen und kehrte die Scherben zusammen.
Zus.: Kehrbesen, Reisigbesen, Strohbesen.

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Be|sen 〈m. 4
1. Werkzeug zum Kehren (Hand\Besen, Kehr\Besen)
2. Gerät zum Schaumschlagen (Schnee\Besen)
3. 〈umg.; scherzh.〉 unfreundliche, streitsüchtige Frau
4. 〈schweiz.; Studentenspr.〉 Mädchen
● ich fresse einen \Besen, wenn das stimmt 〈umg.; scherzh.〉 ich glaube es nicht!, das kann nicht stimmen! ● du alter \Besen!; so ein alter \Besen!; neue \Besen kehren gut 〈Sprichw.〉 anfangs arbeitet jeder bes. gut ● jmdn. auf den \Besen laden 〈fig.〉 ihn foppen, zum Besten haben; mit dem eisernen \Besen auskehren 〈fig.〉 gründlich Ordnung schaffen, energisch durchgreifen [<ahd. bes(e)mo, engl. besom <germ. *besman, zu idg. *bheidh- „binden, flechten“]

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Be|sen , der; -s, - [mhd. bes(e)me, besem, ahd. bes(a)mo, H. u.]:
1. aus gebündelten Rosshaaren, Borsten, Reisig o. Ä. gefertigtes, mit einem Stiel od. Griff versehenes Gerät zum Fegen, Kehren:
ein neuer, weicher, abgenutzter B.;
B. binden;
den Keller mit einem groben B. kehren;
R ich fresse/fress einen B./will einen B. fressen, wenn das stimmt (salopp; ich bin überzeugt, dass das nicht stimmt);
Spr neue B. kehren gut (wenn jmd. etw. Neues in Angriff nimmt, macht er es anfangs mit besonderem Eifer);
mit eisernem B. [aus]kehren (sehr hart durchgreifen; rücksichtslos Ordnung schaffen).
2. (salopp abwertend) kratzbürstige, ruppige weibliche Person:
sie ist ein richtiger B.!
3. (Musik) Kurzf. von Stahlbesen.
4. (derb) Penis.

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I
Besen,
 
1) allgemein: manuelle Reinigungsgeräte zum Kehren, die im Unterschied zu Bürsten einen dem Verwendungszweck angepassten, mehr oder weniger langen Stiel besitzen.
 
Kulturgeschichtliches:
 
Besen sind Gegenstand von Aberglauben und Brauchtum. Bekannt ist v. a. der Ritt der Hexen auf einem Reisigbesen. Früher wurden die alten Besen zu bestimmten Frühjahrsterminen verbrannt. Das Aufstecken am Dach, Giebel oder Stall sollte Ungeziefer und Verhexung abhalten.
 
 2) Musik: Jazzbesen ['dʒæz-], Gerät zum Anschlagen von Schlaginstrumenten (Trommel, Becken) im Jazz; aus fächerförmig an einem Stiel montierten, ein- und ausziehbaren Stahldrähten; selten auch in der Rockmusik verwendet.
II
Besen
 
[englisch Brush], Anschlagsmittel für Trommeln und Becken; ein in einem Metallgriff zusammengehaltenes Bündel dünner, biegsamer Stahldrähte, die sich fächerförmig verbreitern. Die Größe des »Fächers« ist regulierbar. Für bestimmte Klangeffekte reicht ein Besen aus, meist verwendet der Schlagzeuger jedoch zwei. Aufgekommen sind diese Jazzbesen in den Zwanzigerjahren; wichtig wurde die Brushes-Technik beim Fill-out der Bebob-Drummer. In der Tanzmusik finden die Besen bei ruhigen Titeln bzw. bei gedämpfter Atmosphäre (Barmusik) Einsatz.

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Be|sen, der; -s, - [mhd. bes(e)me, besem, ahd. bes(a)mo, H. u.]: 1. aus gebündelten Rosshaaren, Borsten, Reisig o. Ä. gefertigtes, mit einem Stiel od. Griff versehenes Gerät zum Fegen, Kehren: ein neuer, weicher, abgenutzter B.; „Scheißkerle“, schreit Adam plötzlich in Wut, knallt B. und Schaufel in die Gegend und haut ab (Ossowski, Flatter 139); B. binden; den Keller mit einem groben B. kehren; R ich fresse/fress einen B./will einen B. fressen, wenn das stimmt (salopp; ich bin überzeugt, dass das nicht stimmt); Spr neue B. kehren gut (wenn jmd. etw. Neues in Angriff nimmt, macht er es anfangs mit besonderem Eifer); *auf den B. laden (ugs.; veralbern, zum Narren halten; H. u.); mit eisernem B. [aus]kehren (sehr hart durchgreifen; rücksichtslos Ordnung schaffen); unter dem B. getraut sein (veraltend; als Unverheiratete wie Eheleute leben). 2. (salopp abwertend) kratzbürstige, ruppige weibliche Person: sie ist ein richtiger B.!; ... diese Frau wäre ein B., und er hätte sie mehr als satt (Keun, Mädchen 23). 3. (Musik) kurz für ↑Stahlbesen. 4. (derb) Penis.

Universal-Lexikon. 2012.

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